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Jovibarba (Fransenhauswurz, Jupiterbart)

 

Botanik:

Die Botanik ist eine äußerst lebendige Wissenschaft: Neue Erkenntnisse und Bewertungen führen regelmäßig zu veränderten Namensbezeichnungen oder zu einer neuen systematischen Einordnung von Gattungen und Arten. Dies ist auch schon häufiger bei Jovibarba (Donarsbart, Fransenhauswurz oder wörtlich übersetzt Jupiterbart) geschehen. Aktuell wird die Sektion Jovibarba der Gattung der Hauswurzen (Sempervivum) zugeordnet.

 

Das wichtigste botanische Merkmal ist der Aufbau der Blüten: bei den Fransenhauswurzen sind diese röhren- bzw. glockenförmig aufgebaut und an den Rändern der Kronblätter etwas gefranst. Die grundsätzlich gelbe Blütenfarbe zeigt sich in Nuancen von weißlich-, hell- bis grünlich-gelb.

 

Arten- und Unterarten:

Es werden die beiden Arten Sempervivum heuffelii (Balkan-Fransenhauswurz) und Sempervivum globiferum (Gewöhnlicher Fransenhauswurz) unterschieden. Letztere wird in weitere Unterarten unterteilt, nachstehend die wichtigsten:

- Sempervivum globiferum ssp. allionii (Allionis Fransenhauswurz)

- Sempervivum globiferum ssp. arenarium (Zwerg- oder Sand-Fransenhauswurz)

- Sempervivum globiferum ssp. glabrescens (Verkahlende Fransenhauswurz)

- Sempervivum globiferum ssp. globiferum (Sprossende Fransenhauswurz)

- Sempervivum globiferum subsp. hirtum (Kurzhaar-Fransenhauswurz)

 

Aus botanischer Sicht macht die stetige Überprüfung von Nomenklatur und systematischer Stellung sicherlich Sinn, für den Gärtner und Sammler ist sie jedoch häufig mit zusätzlichem Aufwand verbunden: Die Namensschilder in den Sammlungen müssen geändert und Listen angepasst werden. Beim Erwerbsgärtner ist die Anpassung nicht selten mit Kosten z.B. für die Produktion neuer Etiketten oder Kataloge verbunden.

 

 

Vermehrung:

Ein weiteres Merkmal der Sektion Jovibarba zeigt sich in der Art und Weise, wie die Pflanzen ihren Nachwuchs bilden. Die sonst üblichen, an Nabelschnüren hängenden Kindel sind bei Sempervivum heuffelii nicht zu finden. Die Tochterrosetten entwickeln sich hier vielmehr direkt aus der Blattbasis. Zu erkennen ist dies an einem sich teilenden Blattwirbel, aus dem schon bald neue, eigenständige Rosetten heranwachsen. Der Nachwuchs sitzt jedoch sehr eng an der Mutterpflanze und ist oft mit der fleischigen Hauptwurzel verbunden. Man muss die Pflanzen also mit dem Messer teilen.

 

Alle Sempervivum globiferum bilden kugelförmige Kindel, die mit kurzen dünnen Fäden verbunden, auf der Mutter aufsitzen. Streift ein Tier oder Mensch die Pflanzen, lösen sich die Kugeln und rollen neuen Welten entgegen. Sie werden daher auch Roller genannt.

 

Kultur- und Standortbedingungen:

Jovibarba sind echte Überlebenskünstler, die außerordentlich anspruchslos sind und keine Pflege benötigen. Zudem sind sie sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit und kommen mit kargen Standortbedingungen zurecht. Ich verwende sie daher gerne als Lückenfüller für sonnige, trockene Pflanzplätze mit wenig Pflanzraum und Substrat. Bei guter Wasser- und Nährstoffversorgung entwickeln sich die kleinen Kugelrosetten jedoch auch schnell zu größeren Polstern.

 

Pflanzsubstrat für Schalen und Gefäße:

Um die Pflanze insbesondere im Winter vor zu viel Nässe zu schützen, sollten Sie ein durchlässiges Pflanzsubstrat verwenden (z.B. Kakteenerde). Der mineralische Anteil (Lava, Bims, Schotter, Split, Sand, Perlite etc.) sollte recht hoch sein, bei den von uns verwendeten Substraten liegt er bei mindestens 50 Prozent. Torf ist zu vermeiden, Humus nur in sparsamen Mengen einzusetzen. Schalen und Gefäße brauchen grundsätzlich einen guten Wasserabzug und gute Drainage.

 

Düngung:

Generell kommen Jovibarba mit nur wenigen Nährstoffen aus. Bei den Kulturformen hilft jedoch gelegentliches Düngen, die Farbenpracht und Vitalität zu erhalten. Der richtige Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr und der zeitige Sommer (bis Ende Juli). Nutzen Sie einen (stickstoffarmen) flüssigen Kakteendünger und setzen Sie ihn sparsam ein. „Viel bringt viel“ gilt hier nicht.

 

Winterschutz:

Bei guter Drainage kommen die meisten Arten und Sorten ohne zusätzlichen Schutz gut durch den Winter. Um die Pflanzen vor zu viel Nässe zu schützen, können Sie Schalen oder Töpfe unter einem Dachvorsprung, auf regengeschützten Seiten des Hauses oder in einem unbeheizten Gewächshaus überwintern. Aber nehmen Sie sie nicht ins Haus – die Pflanzen brauchen auch im Winter die UV-Strahlen der Sonne.

 

Was die Pflanzen nicht mögen:

Bei zu schattigem Standort, zu hohen Düngergaben, zu viel Feuchtigkeit und/oder falschem Substrat verlieren Jovibarba ihre typische Form und Farbe; sie „vergeilen" und werden „schwammig“. Dadurch sind sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten, zudem im Winter weniger robust. Staunässe mögen sie überhaupt nicht, dies führt häufig zum Totalverlust.

 

Sempervivum bedeutet Sammelleidenschaft:

Wer einmal mit den "Semps" anfängt, wird schnell von einer ausgeprägten Sammelleidenschaft erfasst. Die "Semps"-Verrückten können ein Lied davon singen. Es gibt aber auch wirklich gute Gründe, Sempervivum zu sammeln: Die Vielfalt an Formen und Farben, der unglaubliche Wandel des Aussehens während der Jahreszeiten und die recht unkomplizierte Haltung machen sie sehr beliebt. Mittlerweile gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Züchtungen und jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu. Wir haben eine kleine Sammlung von rund 800 Sorten in unserer kleinen Sempervivum-Gärtnerei. Und immer wieder testen auch wir neue Sorten und können der Versuchung einfach nicht widerstehen. Eine ständig wechselnde Auswahl bieten wir im Sempervivum Webshop an.